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/produkt-rueckruf-anordnung

Zivilrechtliche Rückrufpflicht des Herstellers aus § 823 I BGB (Produktbeobachtung, BGH „Pflegebetten") und öffentlich-rechtliche Anordnung der Marktaufsicht nach Art. 36 GPSR / sektoralen ProdSV mit Maßnahmenstufung (Warnung → Empfehlung → Reparatur → Rückruf → Vernichtung),

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How it fires

How this skill gets triggered: by you, by Claude, or both.

  • Fires itselfAuto-invocation. Claude auto-loads it when your prompt matches the work.Auto-invocation is when the right skill fires by itself at the right moment, driven by a FLOW.md router and a hook, instead of you invoking it by name. It is the difference between a skill being installed and a skill actually getting used.Read the full definition →
  • You can call itInvoke it directly when you want it.
  • Slash command/produkt-rueckruf-anordnung

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The summary Claude sees to decide when to auto-load this skill.

Zivilrechtliche Rückrufpflicht des Herstellers aus § 823 I BGB (Produktbeobachtung, BGH „Pflegebetten") und öffentlich-rechtliche Anordnung der Marktaufsicht nach Art. 36 GPSR / sektoralen ProdSV mit Maßnahmenstufung (Warnung → Empfehlung → Reparatur → Rückruf → Vernichtung),

SKILL.md

produkt-rueckruf-anordnung.SKILL.md
name: produkt-rueckruf-anordnung
description: "Zivilrechtliche Rückrufpflicht des Herstellers aus § 823 I BGB (Produktbeobachtung, BGH „Pflegebetten") und öffentlich-rechtliche Anordnung der Marktaufsicht nach Art. 36 GPSR / sektoralen ProdSV mit Maßnahmenstufung (Warnung → Empfehlung → Reparatur → Rückruf → Vernichtung), Anhörung § 28 VwVfG, Sofortvollzug und Rechtsbehelf VwGO. Use when ein Hersteller die Rückruferforderlichkeit prüfen muss oder eine Marktaufsichtsbehörde eine Rückrufanordnung erlassen oder ihn der Adressat einer solchen Anordnung anfechten will."
language: de
agents:
  researcher: ../../agents/researcher.md
  drafter: ../../agents/drafter.md
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provider_variants:
  - claude
  - gemini
  - openai
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/produktrecht:produkt-rueckruf-anordnung

Zweck

Der Skill prüft die **doppelte Rückrufdimension**: einerseits die zivilrechtliche Pflicht des Herstellers zu Rückrufmaßnahmen aus seiner Produktbeobachtungs-Verkehrssicherungspflicht (§ 823 I BGB, BGH „Pflegebetten"), andererseits die öffentlich-rechtliche Anordnung der Marktaufsichtsbehörde nach Art. 36 GPSR und sektoralen Verordnungen. Er strukturiert die Maßnahmenstufung nach Verhältnismäßigkeit und unterstützt sowohl bei der Erstellung einer Rückruf-Kommunikation als auch beim Vorgehen gegen eine behördliche Anordnung.

Eingaben

  • Sicherheitsproblem (Schadensbild, betroffene Charge, Häufigkeit, Risikogruppe)
  • Position des Mandanten: Hersteller / Importeur / Händler / Marktaufsichtsbehörde / Adressat einer Anordnung
  • Bisherige Maßnahmen (interne Risikobewertung, Vorfallsmeldungen, Information der Vertriebspartner)
  • Stand des Verfahrens (interne Prüfung / behördliche Anhörung § 28 VwVfG / Anordnung erlassen / Sofortvollzug angeordnet)
  • ggf. parallele Vorfallsmeldung Art. 20 GPSR über Safety Business Gateway

Sub-Agent-Architektur

Researcher liefert § 823 BGB, BGH „Pflegebetten", Art. 36 und Art. 20 GPSR, sektorale ProdSV, VwVfG und VwGO. Drafter erstellt Maßnahmenplan, Rückruf-Bekanntmachung an Verbraucher und ggf. Stellungnahme zur Behördenanhörung oder Widerspruchsbegründung. Reviewer prüft Verhältnismäßigkeit, Anhörung, Verjährungs- und Klagefristen sowie Vollständigkeit der Safety-Business-Gateway-Meldung.

Ablauf

1. Zivilrechtliche Rückrufpflicht (§ 823 I BGB)

Verkehrssicherungspflicht **Produktbeobachtung** (BGH, **„Pflegebetten"** – Urt. v. 16.12.2008 – VI ZR 170/07 `[unverifiziert – prüfen in juris]`): Der Hersteller muss sein Produkt nach Inverkehrbringen beobachten und auf später erkannte Risiken reagieren. Die Reaktion ist nach **Gefährdungsstärke** zu skalieren:

| Stufe | Maßnahme | Auslöser | |---|---|---| | 1 | **Warnung** an Verbraucher / Vertriebspartner | erhöhtes, aber begrenztes Risiko, das durch Hinweis abgewendet werden kann | | 2 | **Gebrauchs-Empfehlung** (Ausbau, Nichtnutzung einzelner Funktionen) | Risiko abgrenzbar auf bestimmte Gebrauchssituationen | | 3 | **Reparatur / Nachrüstung** | technisch korrigierbares Risiko | | 4 | **Rückruf** (Aufforderung zur Rückgabe gegen Erstattung / Tausch) | Risiko nicht durch Hinweise oder Reparatur am verbliebenen Bestand neutralisierbar | | 5 | **Vernichtung** | irreparable Gefahr für Leib und Leben |

Maßstab: BGH NJW 2009, 1080 `[unverifiziert]`; Wagner, in: MüKoBGB, § 823 Rn. 800 ff.

Ein **Verstoß** gegen die Stufung haftet schadensbegründend nach § 823 I BGB (Personenschäden), auch wenn der Erstinverkehrbringungs-Zeitpunkt fehlerfrei war (Produktbeobachtungsfehler — **nicht** über ProdHaftG erfasst).

2. Öffentlich-rechtliche Rückrufanordnung

a) GPSR Art. 36

Marktaufsichtsbehörden können nach Art. 36 GPSR iVm Art. 16 MarktüberwachungsVO 2019/1020 alle erforderlichen Korrekturmaßnahmen anordnen, einschließlich Verkaufsverbot, Rücknahme aus dem Markt, Rückruf und Vernichtung. Voraussetzung: das Produkt stellt ein **ernstes Risiko** (Art. 3 Nr. 19 GPSR) oder ein sonstiges Risiko dar, das ohne Maßnahme nicht beherrschbar ist.

b) Sektorale Verordnungen

Bei harmonisierten Produkten zusätzlich sektorale Anordnungsbefugnisse, z. B. § 7 9. ProdSV (Maschinen) iVm MaschinenRL; FuAG für Funkanlagen; Bauprodukten-VO 305/2011.

c) ProdSG-Übergang

Für Altanordnungen aus der Zeit bis 12.12.2024 gelten die §§ 26 ff. ProdSG fort, soweit das nationale GPSR-Durchführungsgesetz keine Aufhebung vorsieht `[unverifiziert – nationalen Umsetzungsstand prüfen]`.

3. Verfahren

  • **Anhörung** nach § 28 VwVfG vor Erlass des belastenden Verwaltungsakts (außer bei Gefahr im Verzug § 28 II Nr. 1 VwVfG)
  • **Begründung** § 39 VwVfG
  • **Verhältnismäßigkeit** Art. 20 III GG, § 18 GPSR-Durchführungsgesetz (sobald in Kraft) — mildestes geeignetes Mittel; Stufung 1→5 ist Ausdruck der Verhältnismäßigkeit
  • **Sofortvollzug** § 80 II Nr. 4 VwGO im überwiegenden öffentlichen Interesse; Begründung muss konkret das besondere Vollziehungsinteresse darlegen
  • **Rechtsbehelf** Widerspruch / Anfechtungsklage VwGO; **Frist 1 Monat** ab Bekanntgabe (§§ 70, 74 VwGO); Eilrechtsschutz § 80 V VwGO bei Sofortvollzug
  • **Grundrechtsbezug** Art. 12 I, Art. 14 I GG (Berufs- und Eigentumsfreiheit des Herstellers / Händlers)

4. Safety Business Gateway und Safety Gate

  • Vorfallsmeldung an die Marktaufsicht über das **Safety Business Gateway** Art. 20 GPSR — **unverzüglich** nach Kenntnis
  • bei grenzüberschreitender Bedeutung: behördeninterne Weitergabe an das **Safety Gate** (vormals RAPEX) Art. 26 GPSR
  • öffentlich zugängliche Datenbank Art. 34 GPSR (Verbraucherinformation)

5. Rückruf-Kommunikation

Inhalt einer Verbraucher-gerichteten Rückrufanzeige (Art. 36 IV GPSR; § 26 ProdSG übergangsweise):

  • klare Bezeichnung des Produkts (Marke, Modell, Charge / Seriennummer)
  • konkrete Beschreibung des Risikos in laienverständlicher Sprache
  • klare Handlungsanweisung („Nutzung sofort einstellen", „Rückgabe an Verkaufsstelle gegen Erstattung")
  • Kontaktstelle (Telefon, E-Mail, Web-Formular)
  • keine relati
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