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/antragspflicht-15a-inso

Prüfung der Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit. Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO, drohende Zahlungsunfähigkeit § 18 InsO, Überschuldung § 19 InsO; 3-Wochen-Frist bei ZU, 6-Wochen-Frist bei Überschuldung;

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Prüfung der Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit. Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO, drohende Zahlungsunfähigkeit § 18 InsO, Überschuldung § 19 InsO; 3-Wochen-Frist bei ZU, 6-Wochen-Frist bei Überschuldung;

SKILL.md

antragspflicht-15a-inso.SKILL.md
name: antragspflicht-15a-inso
description: "Prüfung der Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit. Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO, drohende Zahlungsunfähigkeit § 18 InsO, Überschuldung § 19 InsO; 3-Wochen-Frist bei ZU, 6-Wochen-Frist bei Überschuldung; Außenhaftung Neugläubiger § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 15a InsO; § 15b InsO Erstattungspflicht. Use when ein Mandant in der Krise ist oder ein Geschäftsführer auf Antragspflicht-Risiko geprüft wird."
language: de
provider_variants: [claude, gemini, openai]
test: ./test.md

/insolvenzrecht:antragspflicht-15a-inso

Zweck

Die Insolvenzantragspflicht ist die schärfste Norm im Krisenrecht: persönliche zivilrechtliche Haftung gegenüber Neugläubigern, strafrechtliche Verfolgung nach § 15a Abs. 4 InsO (Vorsatz) bzw. Abs. 5 (Fahrlässigkeit), Erstattungspflicht für ab Insolvenzreife geleistete Zahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen nach § 15b InsO. Dieser Skill prüft den Zeitpunkt der Insolvenzreife und die laufende Antragspflicht.

Eingaben

  • Rechtsform (GmbH, AG, GmbH & Co. KG, OHG ohne natürliche Person als persönlich haftender Gesellschafter)
  • Aktuelle Liquiditätslage (Bankguthaben, Forderungen, fällige Verbindlichkeiten, Zahlungsstockungen)
  • Bilanz und Fortbestehensprognose (siehe `fortbestehensprognose`)
  • Zeitpunkt der Kenntniserlangung des Antragspflichtigen
  • Gibt es Sanierungsbemühungen (StaRUG-Anzeige, Vergleichsverhandlungen, Investorensuche)?

Ablauf

1. Adressat der Antragspflicht ([§ 15a Abs. 1, 2 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html))

  • **Juristische Personen** (GmbH, AG, eG, Verein): Mitglieder des Vertretungsorgans.
  • **Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit ohne unbeschränkt haftende natürliche Person** (GmbH & Co. KG ohne Komplementär-natural Person): jeder organschaftliche Vertreter.
  • **Abwickler/Liquidatoren** im Liquidationsstadium.

2. Insolvenzgründe

a) Zahlungsunfähigkeit ([§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html))

Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, fällige Zahlungspflichten zu erfüllen. Faustformel BGH (BGH, Beschl. v. 24.05.2005 – IX ZR 123/04, NJW 2005, 3062 `[unverifiziert – prüfen]`):

  • **Liquiditätslücke ≥ 10 %** über mehr als drei Wochen → in der Regel Zahlungsunfähigkeit.
  • Eine geringere Lücke kann bei abzusehender Nichtbehebung ebenfalls Zahlungsunfähigkeit begründen.
  • Bloße **Zahlungsstockung** (< 3 Wochen) reicht nicht.

b) Drohende Zahlungsunfähigkeit ([§ 18 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__18.html))

Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kann der Schuldner seine bestehenden Zahlungspflichten **im Zeitpunkt der Fälligkeit** nicht erfüllen. Prognosezeitraum: **24 Monate** (§ 18 Abs. 2 S. 2 InsO, eingeführt durch StaRUG-Umsetzung 2021).

Drohende Zahlungsunfähigkeit ist **kein** Antragsgrund nach § 15a InsO (nur § 17, § 19). Sie eröffnet aber den Zugang zu StaRUG-Stabilisierungsinstrumenten.

c) Überschuldung ([§ 19 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html))

Vermögen deckt nicht mehr die bestehenden Verbindlichkeiten, **es sei denn**, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich (**positive Fortbestehensprognose**, § 19 Abs. 2 S. 1 InsO).

Zwei-Stufen-Prüfung:

1. **Fortbestehensprognose** (siehe `fortbestehensprognose`): überwiegende Wahrscheinlichkeit (> 50 %) der Fortführungsfähigkeit über den Prognosezeitraum (12 Monate ab 2024-12, vorher 4 Monate während Krisenmodus). 2. Wenn negative Prognose: **Überschuldungsstatus** zu Liquidationswerten (kein Going-Concern-Ansatz).

3. Antragsfristen ([§ 15a Abs. 1 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html))

| Insolvenzgrund | Frist | Beginn | |---|---|---| | Zahlungsunfähigkeit § 17 | **3 Wochen** | Eintritt der Zahlungsunfähigkeit | | Überschuldung § 19 | **6 Wochen** | Eintritt der Überschuldung |

**Achtung:** Die Frist beginnt mit dem **objektiven** Eintritt, nicht mit der Kenntnis. Eine spätere Kenntniserlangung kann zwar das Verschulden ausschließen, nicht aber die objektive Pflichtverletzung.

Innerhalb der Frist darf gehandelt werden, um die Insolvenz zu beseitigen (Investorensuche, Sanierungsgespräche). Die Frist darf nicht zur bloßen Hinauszögerung genutzt werden.

4. Folgen einer Verletzung der Antragspflicht

Strafbarkeit § 15a Abs. 4, 5 InsO

  • Vorsatz: Freiheitsstrafe bis 3 Jahre oder Geldstrafe.
  • Fahrlässigkeit: Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe.

Außenhaftung gegenüber Neugläubigern

Aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 15a InsO: Wer im Vertrauen auf die fortbestehende Solvenz mit der bereits insolvenzreifen Gesellschaft kontrahiert hat, erleidet einen Vertrauensschaden, für den der Geschäftsführer persönlich haftet. Schaden = Differenz zwischen tatsächlicher Erfüllung und hypothetischer Insolvenzquote.

Vgl. BGH, Urt. v. 27.04.2009 – II ZR 86/07, NJW 2009, 2454 `[unverifiziert – prüfen]`.

Erstattungspflicht für Zahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen ([§ 15b InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15b.html))

Ab Eintritt der Insolvenzreife sind Zahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen verboten, soweit sie die Insolvenzmasse mindern (§ 15b Abs. 1 InsO). Ausnahme: Zahlungen, die mit Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns vereinbar sind (Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs während der Antragsfrist).

Der Geschäftsführer haftet auf Erstattung, **persönlich** und **gesamtschuldnerisch** mit weiteren Geschäftsführern.

5. Verteidigungslinien

  • **Keine Insolvenzreife eingetreten** (z. B. Liquiditätsstockung statt -unfähigkeit, positive Fortbestehensprognose, abgewendet).
  • **Innerhalb der Antragsfrist gehandelt** (3 bzw. 6 Wochen) mit ernsthaften Sanierungsbemühungen.
  • **Kein Verschulden** bei objektivem Vorliegen (selten erfolgreich).
  • **Verjährung** § 15a Abs. 6 InsO i.V.m. allgemeinen Verjährungsregeln (regelmäßig 5 Jahre).
  • **D&O-Versicheru
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